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Die Fokusposition beim Laserschneiden meistern: Ein technischer Leitfaden

2026-01-26

In der Präzisionswelt der Laserbearbeitung ist der Abstand zwischen Laserfokus und Material – die Fokusposition – eine entscheidende Variable, die die Qualität des endgültigen Schnitts bestimmt. Ob man eine spiegelglatte Oberfläche oder einen schlackenreichen, unvollständigen Schnitt erzielt, hängt maßgeblich von dieser Einstellung ab.

Unterschiedliche Materialien und Materialstärken erfordern spezifische Fokussierungsstrategien. Dieser Leitfaden erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen der Fokuspositionen und hilft Ihnen so, Ihre Ergebnisse zu optimieren.LaserschneidenLeistung.


Die Grundlagen der Fokusposition verstehen

Die Brennpunktlage bezeichnet den Abstand des Brennpunkts von der Oberseite des Werkstücks.

Positiver Fokus: Der Brennpunkt befindet sich oberhalb der Materialoberfläche.

Negativer Fokus: Der Brennpunkt befindet sich unterhalb der Materialoberfläche (im Inneren des Materials).

Nullpunkt: Der Brennpunkt liegt exakt auf der Materialoberfläche.

Warum ist das wichtig? Durch die Änderung der Fokusposition ändert sich die Spotgröße auf der Oberfläche und im Inneren des Blechs. Mit der Änderung der Brennweite schwankt der Strahldurchmesser, was die Schnittfugenbreite, die Wärmeeinflusszone (WEZ) und die Effizienz der gasunterstützten Schlackenentfernung beeinflusst.


Laser Cutting


1. Positiver Fokus beim Schneiden: Ideal für sauerstoffunterstützten Kohlenstoffstahl

Definition: Der Laserfokus befindet sich in einem bestimmten Abstand über dem Werkstück.

Anwendung – Kohlenstoffstahl (Sauerstoffschneiden): Für Kohlenstoffstahl ist ein positiver Fokus Standard. Durch die Positionierung des Fokus oberhalb des Blechs wird die Schnittfuge unten breiter als oben. Diese Geometrie erleichtert den Abfluss der flüssigen Schlacke und ermöglicht es Sauerstoff, den Schnittgrund effektiver zu erreichen, wodurch die exotherme Oxidationsreaktion aufrechterhalten wird.

Visuelle Qualität: Innerhalb eines bestimmten Bereichs führt ein größerer positiver Fokus zu einem größeren Lichtfleck auf der Oberfläche, was eine umfassendere Vorwärmung ermöglicht. Dies resultiert in einer glatteren, helleren und feineren Schnittfläche.

Anwendung - Hochleistungs-Edelstahl: Bei Lasern mit einer Leistung von über 10 kW, die im Pulsmodus dickes Edelstahl schneiden, sorgt ein positiver Fokus für Stabilität und verhindert Reflexionen, die die Laseroptik beschädigen könnten.


Laser Cutting


2. Negativfokus-Schneiden: Der Goldstandard für Edelstahl

Definition: Der Laserfokus befindet sich innerhalb oder unterhalb des Materials.

Anwendung – Edelstahl & Aluminium (Schmelz-/Fusionsschneiden): Für Edelstahl und Aluminium ist ein negativer Fokus von Vorteil. Da diese Werkstoffe typischerweise mit Stickstoff oder Luft unter Hochdruck (Schmelzschneiden) geschnitten werden, ist eine maximale Energiedichte im Schnittbereich das Ziel.

Visuelle Qualität: Negativfokus erzeugt eine gleichmäßigere Textur und einen saubereren Querschnitt. Da der Fokus tiefer liegt, ist der Spalt an der Oberfläche breiter als der Brennpunkt selbst, wodurch Hochdruckgas effizienter durch den Schnitt strömen kann.

Anwendung – Durchdringen: Beim ersten Durchdringen dicker Platten wird ein negativer Fokus verwendet. Dies gewährleistet die höchste Energiedichte am tiefsten Punkt des Lochs und ermöglicht so einen schnelleren und saubereren Durchschlag. Im Allgemeinen gilt: Je tiefer der Durchschlag sein soll, desto größer ist der negative Fokusversatz.


3. Fokusfreies Schneiden: Für dünne Bleche und Folien

Definition: Der Brennpunkt ist exakt auf die Oberseite des Werkstücks ausgerichtet.

Anwendung: Dieses Verfahren ist im Allgemeinen dünnen Metallblechen oder -folien vorbehalten.

Leistung: Beim Nullfokusschneiden ist die Schnittfläche im Bereich des Brennpunkts (oben) am glattesten, während die Unterseite etwas rauer erscheinen kann. Dieses Verfahren wird häufig bei Dauerstrichlasern (CW-Lasern) zur Dünnblechproduktion oder bei gepulsten Hochleistungslasern zum Verdampfen von Metallfolien eingesetzt.


Technische Zusammenfassung: Wie wählt man aus?

Die Wahl zwischen positivem und negativem Fokus wird nicht ausschließlich durch die Materialart (Kohlenstoffstahl vs. Edelstahl) bestimmt, sondern vielmehr durch den Schneidmechanismus:

Oxidationsschneiden (Sauerstoffunterstützt): Erfordert üblicherweise einen positiven Fokus, um den Gasfluss und die Konsistenz der chemischen Reaktion zu unterstützen.

Schmelzschneiden (Stickstoff-/Inertgasunterstützung): Erfordert üblicherweise einen negativen Fokus, um die Energiedichte im Schnittspalt zu maximieren und den Schlackenauswurf zu erleichtern.


Experten-Profi-Tipp:

Kalibrierung ist entscheidend: Bevor Sie die Fokussierungsparameter anpassen, stellen Sie sicher, dass Ihr Laserkopf korrekt kalibriert ist. Schon eine Abweichung von 0,5 mm kann zu Schlackenbildung (hängender Schlacke) oder einer breiten Wärmeeinflusszone führen.

Materialkonsistenz: Berücksichtigen Sie stets die Chargenschwankungen der Materialqualität. Beispielsweise kann hochsiliziumhaltiger Kohlenstoffstahl eine etwas andere positive Fokussierung erfordern als Standardstahl S235.

Technologische Weiterentwicklung: Moderne Laserköpfe verfügen häufig über Autofokussysteme. Diese automatisieren zwar den Prozess, doch das Verständnis der physikalischen Prinzipien von positivem und negativem Fokus ermöglicht es dem Bediener, manuell einzugreifen und die Fokussierung für komplexe Geometrien oder spezielle Legierungen feinabzustimmen.

Durch die Abstimmung des richtigen Fokusmodus auf Ihre spezifischen Verarbeitungsanforderungen können Sie die Effizienz, die Kantenqualität und die Lebensdauer Ihres Geräts maximieren.LaserschneidenAusrüstung